Ukraine meldet "extrem schwierige" Lage an der Front

Ukraine meldet "extrem schwierige" Lage an der Front

Quelle: Salzburger Nachrichten, APA, Reuters, DPA

Die Ukraine hat Schwierigkeiten bei den Kämpfen im Osten des Landes eingeräumt. Der Gouverneur der Region Luhansk, Serhiy Gaidai, sagte, die Lage entlang der Front sei "extrem schwierig". Russland habe einige Gebiete eingenommen und genügend Reserven für eine neue Großoffensive gesammelt. Die Nacht auf Dienstag sei allerdings relativ ruhig gewesen. "Es ist eine Ruhe vor dem Sturm", sagte Gaidai. Seit Kriegsbeginn sollen rund 34.100 russische Soldaten getötet worden sein.

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, es gebe schwierige Kämpfe in Luhansk um die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk. Selenskyj hatte eine Verstärkung der russischen Angriffe im Vorfeld des EU-Gipfels am Donnerstag und Freitag vorausgesagt.

Am Montagabend hatten die ukrainischen Behörden den Tod von drei Zivilisten durch russischen Beschuss in der Region Donezk und weitere drei Tote bei Beschuss in der Region Charkiw gemeldet. In Odessa, dem größten ukrainischen Schwarzmeerhafen, der von der russischen Marine blockiert wird, zerstörte eine russische Rakete nach Angaben des ukrainischen Militärs ein Lebensmittellager.

Die ukrainische Armee vermeldete unterdessen laut Nachrichtenagentur Ukrinform, dass seit Beginn des Krieges rund 34.100 russische Soldaten getötet wurden - davon 300 alleine am Montag. Zudem habe man seit dem 24. Februar fast 1.500 Panzer, 3.606 bewaffnete Fahrzeuge, knapp 240 Artillerie-Systeme, 216 Kampf-Jets, 181 Kampf-Hubschrauber und 15 Kriegsschiffe zerstört bzw. abgeschossen. Hinzu kommen noch mehr als 2.500 andere Fahrzeuge der russischen Armee.

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste hat der ukrainische Widerstand bisher auch erfolgreich verhindert, dass Russland Kontrolle über das an die Ukraine grenzende Meeresgebiet übernimmt. Dies habe das ursprüngliche Konzept der russischen Invasion untergraben, hieß es am Dienstag in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Ursprünglich habe Moskau nämlich vorgehabt, die Region um den wichtigen ukrainischen Hafen von Odessa vom Schwarzen Meer aus anzugreifen.

Am 17. Juni sei es ukrainischen Kräften erstmals gelungen, mit Schiffsabwehrraketen aus dem Westen ein russisches Schiff anzugreifen, das mit hoher Wahrscheinlichkeit Waffen und Personal auf die strategisch wichtige Schlangeninsel im Nordwesten des Schwarzen Meeres habe bringen wollen, hieß es seitens der Briten. Die Insel ist von russischen Truppen besetzt. Die Zerstörung des Schleppers zeige, wie schwierig es für Moskau sei, Nachschub auf die Insel zu bringen.

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