Professor Sylvio Simon: Der Mensch bleibt weiterhin das wichtigste Glied bei der Lösung von Aufgaben - VIDEO
Wie bereits berichtet, blieb die in der deutschen Stadt Cottbus veranstaltete Konferenz, die von der Allianz der Aserbaidschaner in Deutschland (Allianz), der Aserbaidschanischen Universität für Architektur und Bauwesen, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) sowie dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) organisiert wurde, durch interessante und intensive Diskussionen in Erinnerung. Auf der Konferenz zum Thema „ Die Rolle der Bildung bei der Entwicklung intelligenter Städte: Herausforderungen und Perspektiven” (Smart Education in Smart Cities: Challenges and Solutions”) tauschten sich Akademiker und Experten aus Deutschland und Aserbaidschan über ein breites Spektrum relevanter Fragestellungen und Themen aus.
Planet FM, offizieller Medienpartner der Veranstaltung, führte mit den an den Diskussionen teilnehmenden offiziellen Vertretern und Wissenschaftlern Interviews zu einer Reihe von Themen und bereitete darüber Reportagen vor.
In einem Exklusivinterview mit Planet FM sprach Dr. Eduard Völker von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) über die Bedeutung der Thermodynamik in der modernen Stadtplanung:
„Ich möchte, dass Sie auf die Bedeutung der Thermodynamik im modernen Städtebau eingehen. Inwieweit ist die Anwendung der Thermodynamik in der heutigen Zeit möglich?”
„Man kann tatsächlich die nutzen und nicht nur mit klassischen Konvektionsheizkörpern das neue Gebäude beheizen, sondern auch mit Strahlungsheizung. Strahlungsheizung hat Vorteile, dass die Wärme sich anders verteilt und für den Neubau sehr interessant ist, aber auch für den Altbau. Und die Funktion, die zusätzlich noch geboten wird, ist die Kälteleistung.
Also man kann auch die Gebäude heizen und gleichzeitig kühlen und das macht den Unterschied zu den anderen Systemen und ist daher sehr effizient für die Gebäude.”
Altay Rustamli, Vorstandsvorsitzender der Allianz der Aserbaidschaner in Deutschland, äußerte sich zur Bedeutung der Veranstaltung und zu den Zukunftserwartungen wie folgt:
Die Rolle von korporativen Organisationen beschränkt sich nicht nur auf die Bewahrung der national-kulturellen Identität. Die Diaspora beteiligt sich zugleich als Institutionen, die professionelle Plattformen in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Ingenieurwesen organisieren. Aus diesem Grund organisieren wir als Deutsch-Aserbaidschanische Allianz, bereits das dritte Forum aserbaidschanischer Ingenieure in Europa in diesem Jahr. Seit dem zweiten Forum haben wir eine solche Tradition etabliert: Jedes Jahr vor dem Forum führen wir an verschiedenen deutschen Universitäten eine wissenschaftlich-praktische Konferenz durch, die sich mit der Bildung eines Netzwerks aserbaidschanischer Ingenieure in Europa und generell mit deren potenzieller Rolle in der Entwicklung sowohl der deutschen als auch der aserbaidschanischen Gesellschaft befasst. Heute haben wir im Rahmen derselben Veranstaltung an der Brandenburgischen Technischen Universität ebenfalls eine wissenschaftlich-praktische Konferenz, unter Beteiligung des Fraunhofer-Instituts, der Universität für Architektur und Bauwesen Aserbaidschans sowie der Agentur für geistiges Eigentum durchgeführt. Das Thema unserer Konferenz war „Smart Education in Smart Cities”. Es wurde eine gute Grundlage für zukünftige Kooperationen geschaffen, und die heute hier besprochenen Themen sollen künftig in konkrete Ideen und Partnerschaften umgesetzt werden.
Constanze Tschöpe, Professorin, Gruppenleiterin am Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) äußerte ihre Ansichten und Meinungen zum Thema Künstliche Intelligenz.
Frau Professorin, „Welche grundlegenden Innovationen erwarten Sie in den nächsten fünf Jahren im Bereich des maschinellen Lernens? Was wird nach der Generativen KI die nächste große Welle sein?"
„Aus unserer Sicht ist es wesentlich, dass jetzt auch wieder ein Fokus gerät, dass man auch mit wenigen Daten Modelle erstellen kann. Also zurzeit ist es ja auf Big Data ausgerichtet und gerade in unseren Arbeiten hat es sehr viel mit Small Data zu tun. Man hat wenige Daten oder unbalancierte Daten, fehlende Daten und da ist es eben auch wichtig, dort Ansätze zu entwickeln, Ansätze zu finden, die trotzdem mit einer sehr guten Leistung zuverlässig arbeiten.”
Sylvio Simon, Professor an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) beantwortete eine Frage von Planet FM über die Rolle von Maschinen in der modernen Welt.
„Haben wir bereits ein Stadium erreicht, in dem Maschinen nicht nur körperliche Arbeit, sondern auch ingenieurtechnische Entscheidungen vollständig übernehmen? Oder wird der Mensch weiterhin das wichtigste Glied im System bleiben?”
- Hier in Deutschland haben wir es noch nicht erreicht, dass die Maschinen alles selbstständig machen, sondern hier ist der Mensch weiterhin das wichtigste Glied in der Lösung der Aufgaben. Die Maschinen können sehr viel vorbereiten, aber die endgültige Entscheidung muss immer noch der Mensch treffen.
Die Konferenz bot eine umfassende Plattform für den Austausch von Ideen und Erfahrungen und stärkte den wissenschaftlichen Dialog zwischen den beteiligten Ländern. In naher Zukunft ist geplant, die Beziehungen zwischen den Parteien weiter zu vertiefen und ihnen einen strategischen Charakter zu verleihen. Dies könnte als ein einzigartiger Ansatz in den Beziehungen zwischen Deutschland und Aserbaidschan angesehen werden.