Erdogan sagt zu Putin: Türkiye beginnt mit Arbeiten, um Gas-Hub zu werden
Wien / Dasfazit
Die türkische Regierung hat auf Vorschlag Russlands damit begonnen, technische Arbeiten sowie rechtliche und kommerzielle Bewertungen für den Bau eines Erdgasknotenpunkts auf ihrem Boden vorzunehmen, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan.
Erdogan und der russische Präsident Wladimir Putin führten am 18. November ein Telefongespräch, wie die Direktion für Kommunikation in einer schriftlichen Erklärung mitteilte. Die beiden Staatsoberhäupter erörterten regionale Themen, insbesondere den anhaltenden Krieg zwischen Russland und der Ukraine, sowie bilaterale Fragen, heißt es in der Erklärung, berichtet Dasfazit.
Eines der Themen, die auf der Tagesordnung standen, war Putins Vorschlag, die Türkiye zu einem regionalen Erdgasknotenpunkt zu machen, um russisches Gas an europäische Länder zu liefern. Der Erklärung zufolge dankte Erdogan Putin für diesen Vorschlag und teilte dem russischen Staatschef mit, dass die von der türkischen Regierung beauftragten Teams die technischen Arbeiten durchführen und die rechtlichen und kommerziellen Aspekte des Projekts bewerten werden.
Das Zentrum soll in der türkischen Region Thrakien gebaut werden, von wo aus das russische Gas über bestehende Pipelines in die europäischen Länder transportiert werden könnte. Putin machte diesen Vorschlag nach seinem Treffen mit Erdogan in Astana (Kasachstan) Mitte Oktober.
Diese Idee kam auf, als die führenden europäischen Länder ihre Absicht erklärten, kein Gas mehr von Russland zu kaufen, weil es dieses als Waffe einsetzt. Putin hatte gesagt, die Türkiye könne ein glaubwürdiger Gaslieferant für Europa sein. Die Türkiye bezieht den Großteil ihres Erdgases aus Russland über Pipelines durch das Schwarze Meer.