Neue Energiesparmaßnahmen treten in Deutschland in Kraft
Wien / Dasfazit
In Deutschland sind neue, von der Bundesregierung beschlossene Winter-Energiesparmaßnahmen in Kraft getreten. So soll ab Donnerstag die Temperatur beim Beheizen von Büros und öffentlichen Einrichtungen 19 Grad nicht überschreiten, und Technikräume und Räume, die nicht ständig genutzt werden, sollen überhaupt nicht mehr beheizt werden, berichtet Dasfazit.
Darüber hinaus sollten auch private Arbeitgeber mehr Freiheit haben, beispielsweise die Raumtemperatur in Büros zu regeln. Gebäude und Denkmäler dürfen nachts nicht mehr beleuchtet werden.
Auch die Beleuchtung von Außenwerbung muss von 22.00 Uhr bis 4.00 Uhr des nächsten Tages abgeschaltet werden, wenn dies nicht aus Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich ist. Diese Regel gilt jedoch nicht direkt für Schaufenster.
Private Innen- und Außenpools können nicht mehr mit Gas und Strom beheizt werden.
Am 24. August gab der deutsche Vizekanzler und Minister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habek, bekannt, dass sich die deutsche Regierung auf neue Energiesparmaßnahmen für den Winter geeinigt hat, die den Gasverbrauch um 2-2,5 % senken werden. Die Beschränkungen werden voraussichtlich schrittweise in Kraft treten und bis Ende Februar andauern. Das Maßnahmenpaket, so der Minister, werde dazu beitragen, den Energieverbrauch zu senken, "aber nicht so, dass wir uns zurücklehnen dürfen". "Wir haben noch einen langen Weg vor uns", betonte Habek.
Deutschland hat Schwierigkeiten, Gas durch die Nord Stream-Pipeline zu bekommen. Seit Mitte Juni ist die Pipeline nur mit 40 % ihrer maximalen Kapazität (67 Millionen Kubikmeter pro Tag) in Betrieb, da die Gasturbinen nach Reparaturen aufgrund der kanadischen Sanktionen gegen Russland verspätet zurückkehrten. Das Pumpen wurde dann auf 20 Prozent reduziert. Am 31. August gab Gazprom bekannt, dass die russischen Gaslieferungen durch die Nord Stream-Pipeline aufgrund von Reparaturen an der einzigen verbliebenen Gasverdichtereinheit in der Verdichterstation Portowaja vollständig eingestellt wurden. Seit Mittwoch ist der physische Gasfluss durch die Nord Stream-Pipeline am Empfangspunkt in Greifswald, Deutschland, vollständig zum Erliegen gekommen.